Stadt Memmingen:Das Quartier

Bauwesen

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Ansprechpartner Quartiersbüro

Quartiersmanagerin Soziale Stadt Ost

Frau Magali Bassolet

Ellenbogstraße 13

87700 Memmingen

Tel.: 08331/850 495

E-Mail: magali.bassolet(at)memmingen.de

 

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Mittwoch 9 Uhr - 12 Uhr

Freitag 9 Uhr - 12 Uhr

sowie nach Vereinbarung

 

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Uwe Weißfloch (Projektleiter) oder

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Schlossergasse 1

87700 Memmingen

Tel. 08331/850-519

sozialestadtost(at)memmingen.de

Das Quartier: Der Memminger Osten

Daten & Lage

Die Stadt Memmingen hat derzeit ca. 42.700 Einwohner und ist als Oberzentrum in der Region Donau-Iller eingestuft. Der Memminger Osten wird durch die Bahnlinie Ulm/Kempten von der Kernstadt getrennt. Im Untersuchungsgebiet leben ca. 7037 Menschen.

Entwicklung des Stadtquartiers

Mit der Errichtung der Bahnlinie von Ulm nach Kempten 1862/63 wurde die Stadt Memmingen in zwei Bereiche geteilt. Auch aufgrund der unterschiedlichen Bedingungen (Geographie, Wasserkraft und Verkehrsanschluss) entwickelten sich die beiden Stadtteile in den folgenden Jahrzehnten sehr unterschiedlich. Vor allem in den östlichen Stadtquartieren lässt sich die wechselvolle Geschichte Memmingen von der Gründerzeit im späten 19. Jahrhundert bis zur Integration von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen nach 1945 sehr gut ablesen. Einige Beispiele:

 

Wohnungs- und Siedlungsbau

Schon zur Jahrhundertwende 19./20. konnte der Bedarf an Wohnungen nicht mehr in der Altstadt gedeckt werden. Unternehmer errichteten Wohnhäuser für ihre Arbeiter; für weitere Gebäude sorgten Stadt und Baugenossenschaften. Der starke Anstieg der Bevölkerungszahlen nach 1945 erforderte Baumaßnahmen insbesondere für Flüchtlinge und Heimatvertriebene. Gleichzeitig mit der Auflösung des DP(Displaced Persons)-Lagers in Memmingerberg wurde 1952 die Baltensiedlung an der damaligen Künersberger Straße (heute Münchner Straße) errichtet. In diesem Stadtbereich hatte schon der Generalbaulinienplan Theodor Fischers von 1921 große Flächen für Siedlungs- und Wohnungsbau innerhalb und außerhalb eines neuen nordöstlichen Straßenringes vorgesehen.

Erinnerungsorte: Arbeiterwohnhäuser der Fa. Pfeffer an der Leimstraße, Gaststätte „Spiegelschwab“, Fresken an Fassaden der Baltensiedlung

Südöstliches Industriegebiet, Infrastruktur und Gewerbe östlich der Bahnlinie und an den Ausfallstraßen nach Augsburg/ München.

Der Anschluss des Ostens an die Kernstadt erfolgte über Bahnübergänge an Rennweg, Kalchstraße und Luitpoldstraße. Im Zusammenhang mit der Verlegung des Güterbahnhofes 1905/09 erfolgte der Bau einer Unterführung an der Luitpoldstraße, um die im südöstlichen und südlichen Industriegebiet besehenden oder entstehenden Fabriken, Holzhandlungen und Textilfabriken (Haußmann) zu erschließen. Nördlich des Gaswerkes (1862), entlang der Bahnlinie und entlang der Ausfallstraßen entstanden weitere Fabrikbauten (u.a. Gutmann an der Lindenbadstraße, Neunhoeffer und Günzburger an der Augsburger Straße).

Erinnerungsorte: Güterbahnhof und Stellwerk, Obere Bleiche/ Fa. Haußmann, Wasserwerk, Gaswerk mit Teleskop-Gasbehälter, Villa Neunhoeffer, Gutmann/Hildegardanstalt, Speichergebäude an den Industriegleisen

Verlorene Erinnerungsorte: Wasserturm in den Bahnanlagen, Leimwerke Pfeffer (Alpenstraße), Kunstdüngerfabrik Pfeffer (Luitpoldstraße), Eggart`sche Sägemühle (Schleiferplatz), Württemberger und Allgäuer Hof vor und nach der Luitpoldunterführung. 

Freizeit, Erholung und Gesundheit

Die Geschichte des Memminger Freibades („Badeanstalt“) reicht ins späte 19.Jahrhundert zurück und fußt auf einer schon jahrzehntelangen Tradition des Badens im und am Stadtbach. Weiter östlich schließen sich entlang des Stadtbaches Schrebergärten an. Zu einem Treffpunkt der Arbeiterbewegung wurde 1932 die Turnhalle des Arbeiterturnvereins („Rote Turnhalle“). Jenseits der (reichsstädtischen) Schießstätte errichtete die Stadt Memmingen 1960/61 Grünanlagen, Spielplätze und Sportanlagen (DJK-SV Ost).

Erinnerungsorte: Riedbachgut, Schießstatt und Gartenhäuschen an der Schießstattstraße (verweisend auf reichstädtische Zeiten)

Verlorene Erinnerungsorte: Rote Turnhalle am Ziegeltörle

Kirchen und Friedhöfe (Alter Friedhof, Judenfriedhof und Waldfriedhof)

Bereits seit dem 16.Jahrhundert befand sich der Memminger „Gottesäcker“ im Osten der Stadt. Seine dortige Lage beeinflusste 1862 nicht unwesentlich die Platzierung der Bahnlinie. 1874/75 entstand in geringer Entfernung zum christlichen Friedhof ein solcher für die Israelitische Kultusgemeinde. Die Leichenhalle von 1875 am Friedhofweg war bis zur Einweihung einer Aussegnungshalle 1959 beim Waldfriedhof (seit 1919/20) in Gebrauch. 1955/56 errichtete die kath. Pfarrei in unmittelbarer Nachbarschaft des Alten Friedhofes an der Augsburger Straße einen Kirchenneubau. Inmitten des sich nördlich davon anschließenden Siedlungsgebietes entstand 1955/70 an der Dunantstraße ein evang.-luth. Gemeindezentrum mit Kirche und Kindergarten.

Erinnerungsorte: Alter Friedhof mit Leichenhalle, Jüdischer Friedhof, Waldfriedhof mit Aussegnungshalle, Kirche Mariä Himmelfahrt, Christuskirche

Verlorene Erinnerungsorte: Jüdisches Ritualbad (unweit der Zufahrt zur JVA)

Einrichtungen für Kinderbetreuung und Schulbildung

Erst spät entstanden im Memminger Osten Betreuungs- und Bildungseinrichtungen: 1931 Hort/Kindergarten an der Lindenbadstraße (Konvent der Mallersdorfer Schwestern) und nach 1945 Kindergärten der kath. und ev. Kirchen, 1952 die Lindenschule (Mittelschule, ehemals Volksschule), 1964 die Edith-Stein-Schule (Grundschule, ehemals Volksschule) sowie die Berufsschule für Hauswirtschaft.

Erinnerungsorte: Hildegardanstalt, Schule

Image

Im Gegensatz zu Memmingen-West hatte der Osten von Memmingen, der „jenseits der Bahnlinien“ liegt, eher ein negatives Image. Dem Stadtteil fehlt weitgehend eine Identität, was sicherlich mit der historischen Entwicklung des Stadtteils zusammenhängt. In gewissem Maß dürfte dieses negative Image auch mit dem einst vom Fliegerhorst Memmingerberg ausgehenden Lärm zusammenhängen. Durch die nun zivile Nutzung ist dieser stark reduziert. Nach Ende des 2. Weltkrieges wurden 1945 Baracken für Flüchtlinge und Heimatvertriebene in Memmingen-Ost gegründet. Im Jahr 1952 entstand dort auch die sogenannte „Baltensiedlung“. In der Baltensiedlung wurden ehemalige KZ-Häftlinge und  Juden (Osteuropa) aus dem ehemaligen DP (Displaced Persons) -Lager in Memmingerberg untergebracht.

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